Hokkaido – ein japanisches Wintermärchen

Obwohl ich vor meiner Abreise nach Tokio stapelweise Bücher und Reiseführer über Japan gelesen hatte, hat mich das „Land der aufgehenden Sonne“ völlig überwältigt, weil es so ganz anders ist als alles, was ich zuvor gesehen habe. Wir hatten ein Riesenglück mit dem perfekten Winterwetter, sanft fallender Schnee bei den ballerinagleichen Balztänzen der wunderschönen Mandschurenkraniche, Neuschnee bei den majestätischen Sikahirschen und Füchsen auf der Notsuke-Halbinsel und wieder Schneefall und jede Menge Packeis bei unseren Bootsfahrten zu den Steller’s Riesenseeadlern, die mich einfach nur geflasht haben. Obwohl die Bootstouren zu einer sehr unchristlichen Uhrzeit – um 5.30 Uhr – stattfanden, war ich schlagartig hellwach, als ich die vielen Steller’s Riesen- und Weißschwanzseeadler erblickte, die auf dem Packeis auf ihr Frühstück warteten und sich dann um die Fische balgten. Was für eine Show! Wir mussten Rausu mitten in einem heftigen Blizzard verlassen und dann wegen geschlossener Straßen viele Umwege fahren, aber schließlich kamen wir heil am Lake Kussharo an, wo uns die hübschen Singschwäne auf dem zugefrorenen See in einer weiteren Wintermärchen-Landschaft belohnten. Mit einem kurzen Besuch bei den lustigen badenden „Schneeaffen“, die sich bei 15 Grad als „Regenaffen“ präsentierten, ging diese tolle Winter-Phototour zu Ende.

Die Winterlandschaften waren einfach traumhaft schön. Die vielen verschiedenen Vögel haben mich sehr beeindruckt. Den Kranichen beim Tanzen zuzuschauen war ein besonderer Genuss, ebenso wie das Bad in einem heißen Onsen nach einem langen Tag in der Kälte. Die überall vorherrschende Sauberkeit und Höflichkeit habe ich sehr geschätzt…ABER…nein, es ist nur ein kleines „aber“: Ich glaube nicht, dass ich mich jemals mit dem typisch japanischen Essen anfreunden werde… glücklicherweise gibt es überall Supermärkte und man kann als Vegetarier mit Keksen und Bananen überleben… ich habe es selbst ausprobiert…😀

Februar/März2020