Island aus der Vogelperspektive

achtmal war ich bisher in Island und immer bei jedem Wetter mit Fernweh, Abenteuerlust und meiner Kamera unterwegs, um besondere Augenblicke in diesem fantastischen Land einzufangen. Aber dieses Mal, dem neunten Mal, sollte es eine ganz besondere Reise werden: zum ersten Mal hatte ich nämlich eine Drohne im Photogepäck. Meine Drohne die ersten Male fliegen zu lassen, war schon in Deutschland ein Abenteuer an sich aber nochmal von ganz anderer Dimension in Island, wo es viel mehr Wind gibt, die Entfernungen, die die Drohne in der Wildnis zurücklegt, größer sind, die Landschaft nicht nur im Hochland so viel rauer und so viel Wasser in den Gletscherflüssen und Lagunen ist, in denen meine Drohne Baden gehen könnte, dass ich anfangs ziemlich aufgeregt und nervös war und immer bangte, ob sie wohl den Weg zurück zu mir finden würde… 🥴 

Eine völlig neue und faszinierende Welt öffnete sich für mich, eine Welt voller Staunen und Wunder. Ich war von klassischen Landschaftsaufnahmen aus der Luft ebenso begeistert wie von den eher abstrakten Perspektiven senkrecht über Flussläufen und Geothermalfeldern und auch von der Mischung aus beiden. Was diese Reise außerdem speziell machte, war, dass wir bis 24 Stunden vor Reiseantritt gar nicht wussten, ob wir tatsächlich nach Island fliegen würden. Die Corona-Pandemie erschwerte das Reisen in diesem Herbst erneut erheblich. Plötzlich war Island wieder Risikogebiet, Flüge wurden storniert, Corona-Tests sowohl in Deutschland als auch in Island wurden erforderlich und ebenso eine 5-tägige Quarantäne in Island. Allen Widrigkeiten zum Trotz beschlossen wir, es zu versuchen und wurden belohnt mit einem touristenfreien Island, leeren Hotels, sehr freundlichem Service und all den ikonischen Hotspots ohne die üblichen Heerscharen von Touristen aus aller Welt…. Es war einfach unglaublich, völlig allein an den berühmten Wasserfällen wie Skogafoss, Dettifoss oder Godafoss zu fotografieren und selbst am schwarzen Eisstrand und der Lagune des Jökúlsárlon waren wir die einzigen Besucher. Ich war so begeistert von dieser ungewohnten „Leere“, dass ich beschloss, meinen Aufenthalt zu verlängern und damit den ganzen Oktober in der stillen Einsamkeit der isländischen Natur weit weg von Corona und anderen Menschen zu verbringen…

Oktober 2020