Im Eichhörnchenwald

Im Allgäu gibt es einen kleinen Wald, in dem man neugierige und zutrauliche Eichhörnchen und Tannenhäher aus kurzer Distanz in „natürlicher“ Umgebung fotografieren kann. Während der Woche und außerhalb der Schulferien besteht mit ein bisschen Geduld eine gute Chance, dies in Ruhe zu tun. Man kann sowohl die Eichhörnchen als auch die Tannenhäher gut mit Hasel- oder Walnüssen anlocken. Sie erweisen sich normalerweise als sehr kooperative und unermüdliche Models. Nur am Wochenende und während der Schulferien – besonders bei schönem Wetter – können die Massen von Touristen, die im Wald einfallen, den geduldigsten Fotografen zur Verzweiflung treiben. Oft bringen die Spaziergänger Hunde mit, so dass die Eichhörnchen sich erst gar nicht blicken lassen, oder sie haben sackweise „Futter“ dabei – im besten Fall Erdnüsse (die schnell schimmeln, wenn sie am Boden liegen bleiben), schlimmer noch Kekse, Popcorn oder andere Süßigkeiten, mit denen sie die Eichhörnchen und Vögel auf ihre Hand locken wollen, um mit ihnen Selfies zu machen…ein Affenzirkus, der mit Naturerlebnis nichts zu tun hat. Nach einer solchen Invasion ist der Waldboden übersät mit den „Resten“ und die putzigen Tierchen liegen im komatösen Verdauungsschlaf in ihren Kobeln… 

September 2020