Basstölpel auf Helgoland – neue Bilder

Eine unerwartete Liebesgeschichte…

Ich wusste gar nicht so recht, was ich zu erwarten hatte, als ich einen ersten Workshop auf Helgoland buchte … ich ließ mich mehr oder weniger überreden … eigentlich hatte ich nichts mit Vogelfotografie am Hut und wusste nicht einmal, wie Basstölpel aussehen. Ich wollte einfach diese winzige felsige Hochseeinsel sehen und meine neue Kamera und Telezoomobjektive testen … und dann verliebte ich mich völlig unerwartet in diese prächtigen Vögel, die ein Leben lang als Paare zusammenbleiben. Sie treffen sich jedes Jahr im Frühling, um ihre Nester zu bauen und ihren Nachwuchs aufzuziehen. Wenn die Küken flügge werden, gehen ihre Eltern getrennte Wege, bis sie sich im nächsten Frühjahr wiedertreffen. Es gibt sehr viel Interaktion zwischen den Vögeln. Die Paare begrüßen sich, sie putzen sich gegenseitig und kuscheln miteinander. Die Vögel sammeln Material für den Nestbau oder versuchen, bei den Nachbarn etwas zu stibitzen, was oft zu Zischen, Beißen und Verfolgungsjagden führt. Es ist hochinteressant, lustig und manchmal sehr berührend, sie ganz aus der Nähe zu beobachten. Und Fotos von ihnen zu machen, ist eine spannende und lohnende Aufgabe. 

Inzwischen ist Helgoland eine der Locations geworden, an die ich gerne jedes Jahr zurückkehre. Es liegt nicht nur daran, dass ich meinen Aufenthalt dort als eine Art Trainingscamp für meine Fernreisen wie Brasilien, Costa Rica oder Japan betrachte. Ein weiterer wichtiger Grund ist, dass ich das Gefühl habe, mit jedem weiteren Besuch die Vögel ein bisschen besser kennenzulernen und mit dieser wachsenden Intimität scheint sich auch meine Perspektive, meine fotografische Herangehensweise zu verändern und mich auf eine neue und andere Art herauszufordern.

Ein großes Dankeschön an meinen Freund und Mentor https://www.uwehasubek.de/ für seinen niemals versiegenden kreativen Input, seine konstruktive Kritik und seine Unterstützung. 

Mai 2017, Mai 2018, Mai 2019 und Mai 2020