Costa Rica – Viele „wilde“ Tiere

Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten, die Tierwelt Costa Ricas zu fotografieren: der klassische Weg ist, die Nationalparks zu besuchen, sich dort einen Führer zu nehmen und dann das Beste zu hoffen…Genau das versuchte ich auf meiner ersten Costa-Rica-Reise vor ein paar Jahren, aber es erwies sich als ausgesprochen schwierig, zwischen der sehr üppigen und dichten Vegetation die typisch costa-ricanischen Tiere zu entdecken, geschweige denn gute Fotos von Tieren und Vögeln zu machen, die sich perfekt hinter dichtem Blattwerk tarnten oder hoch in den Bäumen saßen…

Die zweite Möglichkeit besteht darin, kleine private „Zoos“ zu besuchen, wo man verschiedene Arten der kleinen einheimischen Frösche – in einem zwar arrangierten aber sehr natürlichen Setting – fotografieren kann, insbesondere den berühmten und photogenen Rotaugenfrosch, aber auch alle möglichen Reptilien, giftige Schlangen unter fachkundiger Anleitung und manchmal sogar Vögel und Säugetiere. Ich war zunächst sehr skeptisch über diese Art der „Naturfotografie“, aber am Ende sprachen – rein fotografisch gesehen – die Resultate für sich…

Meine zweite und dritte Reise nach Costa Rica war ein Fotoworkshop, der beides kombinierte. Der fototechnische Fokus lag dabei auf dem Arbeiten mit diversen Blitzsystemen und -Settings. Unsere ersten „Models“ waren die winzigen glitzernden Kolibris im Nebelwald, den Abschluss bildeten Fledermäuse im Norden Costa Ricas, die wir mit einer speziellen Lichtschrankentechnik im nächtlichen Dschungel fotografierten. Dazwischen besuchten wir mehrere kleine Privatzoos und hatten jede Menge Gelegenheiten für klassische Naturfotografie der  wunderschönen costa-ricanischen Vogelwelt – all die verschiedenen Tukane, Schwarzarassaris, Sperlingsvögel, die prächtigen aber sehr scheuen Quetzale, die eindrucksvollen Königsgeier aus einem speziellen Ansitz heraus und viele mehr.

Es war eine eindrucksvolle Tour, perfekt organisiert von https://www.uwehasubek und unserem tollen einheimischen Photo Guide Jose.

Und doch habe ich lange gezögert, ob ich diese Bilder auf meine Website stellen soll, da sich inzwischen aufgrund von COVID-19 und der anhaltenden Klimadiskussion meine Einstellung in Bezug auf solche Fotoreisen sehr geändert hat. Ich würde heute definitiv nicht mehr für 14 Tage um die halbe Welt fliegen, um – übertrieben formuliert – posende Frösche zu fotografieren und dann – ohne viel von Land und Leuten gesehen zu haben – wieder nach Hause zurückzukehren und dabei einen kräftigen CO2 Fussabdruck zu hinterlassen. Da ich aber nicht ganz auf das Reisen und Fotografieren verzichten möchte, will ich in Zukunft weniger Reisen machen, dafür aber deutlich länger vor Ort bleiben.

Sommer 2019/21