Winter Wonder Iceland

Or: If it doesn’t challenge you, it won’t change you!
To tell the truth: I’m not a real winter type, I don’t like it too cold, I hate slipping on icy ground and I’m afraid of getting lost in the dark. But I love the soft winter light, so I plucked up all my courage and decided to do a winter trip to Iceland. I took along lots of warm layers of clothing to protect me against the cold, crampons to save me from falling and the advice of that nice Norwegian guy Arild: “when you’re afraid in the dark, sing as loud as you can. It will help”. I had been fully aware that the weather in Iceland can be rough, challenging, unpredictable, sometimes crazy, but what the Icelandic weather gods put on stage for me exceeded my wildest expectations. I had storms, heavy ones, one after the other. I got stuck in the north because all domestic flights had been canceled. I got stuck in the south because the ring road was closed due to heavy blizzards with gusts up to 70 m/sec. Time and again I couldn’t leave the house because it was impossible to stand upright outside. I got soaked from top to toe by pouring rain, I got soaked from toes to hips fighting my way through a meter of slush and I got completely soaked while running away from a monstrous sneaker wave on the Black Lava Beach. Snow showers took turns with rain, hail, sleet and sunshine. I froze my butt off in the middle of the night desperately waiting for some Northern Lights to dance for me … what they didn’t deign to do – not even once within 17 nights … and still: all went well, I didn’t get lost, I had beautiful light and a wonderful time and I managed to dump some of my “winter fears” into the cold and grey Atlantic Ocean. By the way: my waders have become my favorite piece of clothing 😉.

February 2018

Deutsch

Oder: Ohne Herausforderung gibt es keine Veränderung
Eigentlich bin ich nicht wirklich ein überzeugter Winterfan. Ich mag es nicht zu kalt, ich hasse es, auf glitschigem Boden auszurutschen und ich habe eine Heidenangst davor, mich im Dunkeln zu verirren. Aber ich liebe das sanfte Licht des Winters. Deshalb kratzte ich all meinen Mut zusammen und beschloss, eine Winterreise nach Island zu machen. Ich packte jede Menge Lagen an warmer Kleidung ein, um gegen die Kälte gerüstet zu sein, Spikes für die Stiefel, um nicht auszurutschen und den Rat des sympathischen Norwegers Arild: „wenn du dich im Dunkeln fürchtest, sing so laut wie du kannst – das hilft!“ Ich war mir völlig darüber im Klaren, dass das isländische Winterwetter sehr rau sein kann, schwierig, unvorhersehbar; manchmal spielt es total verrückt. Aber was die isländischen Wettergötter für mich inszenierten, übertraf meine kühnsten Erwartungen. Ich erlebte Stürme, richtig schwere Stürme, einen nach dem anderen. Ich saß im Norden fest, weil alle Inlandsflüge storniert wurden. Ich saß im Süden fest, weil die Ringstraße aufgrund schwerer Schneestürme und Böen mit bis zu 70m/Sek. gesperrt war. Immer wieder war es unmöglich, das Haus zu verlassen, da man sich draußen nicht auf den Beinen halten konnte. Es schüttete wie aus Kübeln, so dass ich von Kopf bis Fuß triefend nass wurde. Von den Zehen bis zur Hüfte wurde ich klatschnass, als ich mich durch einen Meter Schneematsch kämpfte. Und bis auf die Knochen durchweichte mich schließlich eine heimtückische Monsterwelle am schwarzen Lavastrand. Schneeschauer wechselten sich ab mit Regen, Hagel, Graupel und Sonne. Und mitten in der Nacht fror ich mir den Hintern ab, während ich sehnsüchtig darauf wartete, dass die Nordlichter für mich tanzten … was sie nicht taten – nicht ein einziges Mal in diesen 17 Nächten. Und dennoch: alles ging gut. Ich verirrte mich nicht. Ich hatte wunderschönes Licht und eine rundum gute Zeit. Und es gelang mir, ein paar meiner „Winterängste“ in den kalten und grauen Atlantik zu werfen. Ganz nebenbei: Meine Wathose ist inzwischen mein liebstes Kleidungsstück 😉.

Februar 2018